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VRChat: Virtuelle Welt auf dem Weg zur Killer-App

Die VR-Szene ist um einen Hype reicher: VRChat, eine virtuelle Welt vergleichbar mit Second Life erobert Twitch, Youtube und Discord zurzeit im Sturm. Ist es die Killer-App, die VR in den Wohnzimmern der Durchschnittsfamilie etabliert? Gut möglich, denn nicht nur die Zahlen sind beeindruckend. VRChat hat sich zu einem kulturellen Phänomen entwickelt und ein Meme hervorgebracht, das seit Anfang 2018 alle nervt.

Der Einstieg ist einfach. Wer VRChat nutzen möchte, kann das kostenlos über Steam tun. Dann geht es direkt in zurzeit rund 100 virtuelle Umgebungen wie etwa einen Irish Pub, den Times Square, einen Kongresssaal mit Malstiften oder eine Südseeinsel.

Man braucht kein VR-Headset, um VRChat nutzen zu können. Flachbildschirm, Kopfhörer und Mikrofon reichen. Wer aber das immersive Gefühl haben möchte, sich richtig in der Welt von VRChat zu bewegen, sollte zu HTC Vive oder Oculus Rift greifen. Dann werden auch die eigenen Arm- und Kopfbewegungen durch den im Spiel gesteuerten Avatar übernommen.

Avatare als Erfolgsrezept

Die Vielfalt der Avatare sind DAS Erfolgsrezept für VRChat. Jeder kann hier der werden, der er schon immer sein wollte. Tausende unterschiedliche Figuren sind in den verschiedenen Welten unterwegs. Rund 20 Standard-Avatare sind per Menü jederzeit und überall verfügbar. In unterschiedlichen Welten können die Spieler lokal Hunderte weitere Avatare auswählen. Von Anime-Girls über Cartoon- und Game-Charaktere bis hin zum eigenen 3D-Selfie ist alles unterwegs.

Die Zahl der Avatare und Spielwelten steigt zurzeit ebenso rapide wie die Anzahl der Spieler. Denn VRChat ermöglicht es der Community, aktiv an der Gestaltung der Welten mitzumachen. So kann man sich über die Website www.vrchat.net ein SDK herunterladen und danach sowohl eigene Avatare als auch eigene Spielwelten gestalten und auf die Server uploaden.

Ugandan Knuckles Meme macht Spieler verrückt

Einer dieser virtuellen Figuren hat zu Beginn des Jahres vieles auf den Kopf gestellt. Die Ugandan Knuckles. Diese kleinen roten oder blauen Comic-Igel sprechen Englisch mit afrikanischem Akzent und wiederholen immer wieder die gleichen Phrasen wie “Do you know the way?” oder “Where is the queen?” und treiben damit andere Spieler in den Wahnsinn. Auf Youtube oder Twitch wurden die Knuckles-Videos millionenfach abgerufen und haben damit für den Durchbruch von VRChat gesorgt.

Mehr als eine 1,5 Millionen mal wurde VRChat bei Steam heruntergeladen. Rund 20.000 Spieler nutzen das Spiel in Spitzenzeiten gleichzeitig (Mitte Januar 2018). Anfang Dezember waren es gerade mal 500. Zum Vergleich: Second Life hatte 2009 seinen Rekord mit 88.000 gleichzeitigen Spielern. Das hochgehandelte Fallout4VR kommt in Spitzenzeiten auf vergleichsweise geringe 800 Spieler.

Erfolg von VRChat treibt Interesse an VR

Zwar spielen die meisten Spieler VRChat zurzeit noch auf dem Flachbildschirm. Umfragen und Stichproben legen nahe, dass die VR-Nutzung bei rund 10 Prozent liegt. Bei 20.000 Spielern gleichzeitigen Spielern wären das immerhin 2.000 VR-Nutzer – mehr als doppelt so viele wie bei Fallout 4 VR.

VRChat hat auch dafür gesorgt, das Interesse an VR enorm zu steigern. Viele Autoren bei Reddit berichten, dass sich Bekannte erst nach den Erfahrungen mit VRChat dazu entschlossen haben, ein VR-Headset zu kaufen. Die steigende Popularität zeigt sich bei Amazon, wo Oculus Rift und HTC Vive in der Verkaufskategorie “PC Games” wieder weit in die Top 100 der Bestseller aufgestiegen sind.

Wenn der Trend anhält, ist VRChat auf dem besten Weg zur „Killer-App“, die VR zum Durchbruch verhilft. Damit würde Mark Zuckerberg bestätigt, der prophezeit hatte, dass VR das „sozialste Medium“ überhaupt sei und nach der Oculus Übernahme massiv in seine Social-VR-App „Facebook Spaces“ investierte.  Ironischerweise gab es von Facebook Spaces schon längere Zeit keine Neuigkeiten mehr. VRChat dagegen hat als Hauptinvestor HTC mit an Board, Hersteller der Vive und damit Hauptkonkurrent von Zuckerbergs Oculus.

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