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Dirt Rally VR im Test: Dreckige Biester auf Speed

Dirt Rally ist das bislang beste Rallye-Spiel der Geschichte! Soweit sind sich die Experten einig, was die PC-Version betrifft. Jetzt hat Codemasters ein Update veröffentlicht, um das Spiel fit zu machen für Steam VR. Hier unsere Eindrücke mit der Oculus Rift CV1.  Wales, Rallye Großbritannien. Über eine feuchte Schotterpiste rollen wir Richtung Startlinie. Hier, wo sonst westbritische Bauern ihren Jauchewagen aufs Feld steuern, tobt heute eine dreckige PS-Schlacht. Der Gurt sitzt, der Motor faucht und rechts neben mir ist der Beifahrer mit seinem Notizblock in Position. Mit präzisen Streckeninfos wird er mich die nächsten Minuten zutexten, um unser Team zur Bestzeit zu treiben. Das alles wirkt mit den 2160×1200 Pixeln der CV1 fast so…

Test-Ergebnis

Spielspaß
VR-Erlebnis
Umfang

Super

Fazit: Dreckig, schwierig, geil! Dirt Rally bietet ein intensives Rennerlebnis und ist das erste echte AAA Spiel für VR.

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Dirt Rally ist das bislang beste Rallye-Spiel der Geschichte! Soweit sind sich die Experten einig, was die PC-Version betrifft. Jetzt hat Codemasters ein Update veröffentlicht, um das Spiel fit zu machen für Steam VR. Hier unsere Eindrücke mit der Oculus Rift CV1. 

Wales, Rallye Großbritannien. Über eine feuchte Schotterpiste rollen wir Richtung Startlinie. Hier, wo sonst westbritische Bauern ihren Jauchewagen aufs Feld steuern, tobt heute eine dreckige PS-Schlacht. Der Gurt sitzt, der Motor faucht und rechts neben mir ist der Beifahrer mit seinem Notizblock in Position. Mit präzisen Streckeninfos wird er mich die nächsten Minuten zutexten, um unser Team zur Bestzeit zu treiben. Das alles wirkt mit den 2160×1200 Pixeln der CV1 fast so real, als würde man im echten Rallye-Cockpit sitzen.

Gameplay
Dirt Rally VR lässt sich mit Xbox-Controller oder Racing-Lenkrad spielen. Die Controller-Variante funktioniert erstaunlich gut wenn auch die Steuerbewegungen bei weitem nicht so präzise sind wie mit einem Lenkrad. Mit einem Logitech G27 mit Force-Feedback lassen sich deutlich bessere Zeiten erzielen als mit dem Controller. Außerdem ist das Lenkrad eine wichtige Voraussetzung, um die Immersion – das Gefühl direkt im Cockpit zu sitzen – perfekt zu machen.

Dirt Rally verzeiht auch in VR kaum einen Fehler. Wer zu spät bremst oder eine Bodenwelle an der falschen Stelle mitnimmt, landet oftmals neben der Strecke – schlimmer noch – am nächsten Baum. Letzteres ist in VR ein umso intensiveres Erlebnis. Die 360 Grad Rundumsicht durch den VR-Modus hat mir generell ein besseres Gefühl für die Strecke gegeben und geholfen, die Zeiten im Vergleich zum Spiel am Monitor nach kurzer Zeit zu unterbieten.

VR-Erlebnis
Bereits per 0.8 SDK ließ sich Dirt Rally auf dem Oculus DK2 spielen. Das offizielle Update in Verbindung mit Steam VR und dem CV1 macht das Rally-Erlebnis aber deutlich realistischer. Wenn man durch eine tiefe Pfütze rast, das Dreckswasser auf die Frontscheibe spritzt, die Sicht so für Sekunden weg ist und man – bis der Scheibenwischer einsetzt – die Strecke erfühlen muss, kommt nicht nur großartiges Rennspiel-Fieber auf. Man erlebt bei Dirt Rally VR realistische Action- und Glücksmomente, wie sie bislang kaum ein VR Game bieten konnte.

Dirt Rally VR bietet durch die völlig unterschiedlichen Strecken – von der glühend heißen Schotterpiste in Griechenland bis zum schneebedeckten, eisglatten Waldweg in Schweden – einerseits große Abwechslung. Darüber hinaus bieten die Settings ein unmittelbares Erleben von Landschaft und rauher Natur, wie es Rennspiele, die auf geteerten Highspeed-Strecken verortet sind, niemals vermitteln können.

Im Vergleich zu vielen anderen VR-Spielen ist das VR-Erlebnis durch die feste Spielerposition komfortabel. Mit Simulator Sickness im Sinne von Übelkeit hatte ich keine Probleme. Durch das intensive Spielerlebnis und den hohen Schwierigkeitsgrad sind die Anforderungen an den Spieler jedoch hoch. Wer ein wildes, nervöses Biest wie den Lancia Stratos zähmen und zu Bestzeiten prügeln will, kommt unter der VR-Brille schon nach wenigen Minuten ins Schwitzen.

Infos über die eigene Zeit, vorausliegende Kurven etc. lassen sich per HUD einblenden oder ausblenden. Außerdem ist wählbar, ob die Kameraposition innerhalb des Cockpits fixiert ist und nur die horizontalen Kopfbewegungen nachvollzieht oder ob auch sämtliche andere Körperbewegungen getrackt werden. Ansonsten sind die Optionen im VR-Modus eher überschaubar und man kann und muss keine großen Anpassungen an den Standard-Einstellungen vornehmen.

Ein Kritikpunkt ist die fehlende Synchronisierung der Steuerbewegungen des realen Lenkrads. Diese werden vom virtuellen In-Game-Lenkrad nur ansatzweise wiedergegeben.

Umfang
Die VR-Variante besitzt den vollen Umfang des PC-Spiels. Das heißt, dass Ihr auf 36 Strecken (Griechenland, Monaco, Deutschland, Wales, England, Schweden, Finnland, USA) mit 17 Rallye-Autos Euer Können antesten dürft. Auch der Multiplayer ist in VR bereits integriert.

Die rund 50 Euro, die das Spiel regulär kostet, sind dabei im Vergleich zu anderen VR-Spielen voll und ganz gerechtfertigt.

Fazit
Dirt Rally VR ist die erste fast perfekte Portierung eines AAA-Spiels in die virtuelle Realität. In Verbindung mit einem Rennlenkrad schafft es das Gefühl, direkt hinter dem Steuer eines Rallye-Autos zu sitzen. Dabei profitiert das Rennspiel davon, dass durch die feste Sitzposition das Problem der Simulator-Übelkeit geringer ist als bei Spielen mit Laufbewegungen der Spielfigur.

Unterstützte Hardware
Die offizielle VR Version unter Steam unterstützt zurzeit nur das Oculus CV1 und Oculus DK2. Besitzer der HTC Vive können Dirt Rally mit Hilfe der Software LibreVR/Revive schon jetzt ebenfalls zum Laufen bringen. Codemasters hat angekündigt, dass auch für die HTC Vive ein offizieller VR Support in Arbeit ist.

Getestet wurde mit einem i7 6700K Prozessor in Verbindung mit einer 8GB Sapphire Radeon R9 390 Nitro Grafikkarte.

Tipps
mit der linken Strg-Taste lässt sich die VR-Ansicht zentrieren

Positiv
  • Realistisches Rallye-Feeling durch großartige Grafik und Sound
  • Flüssiges Gameplay ohne Ruckler (auch mit Radeon R9 390)
  • Präzise Steuerung sowohl mit Gamepad als auch mit Lenkrad
  • Großer Umfang an Strecken und Autos
Negativ
  • Reale und virtuelle Lenkradbewegungen nicht synchronisiert

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